Der Hinweis auf Trévignin kam von Kada Megharbi


Diese Veranstaltungen, an denen die Olfener Bevölkerung aufgeschlossen teilnahm – die Internationale Trachtenwoche und die Partnerschaft zwischen Erbach und Pont-de-Beauvoisin im Jahre 1963 – sowie die aktuellen Ereignisse gaben den Anstoß, über eine internationale Partnerschaft für Olfen nachzudenken.

Dolmetscher Kada Megharbi aus Algerien kannte das Savoyer Gebirgsdorf Trévignin, das von der Struktur her zu Olfen passte, und knüpfte die ersten Kontakte mit der französischen Gemeinde. Lehrer Helfried Fuchs unterstützte ihn nachdrücklich. Bürgermeister August Hielmann und mehrere Gemeindevertreter besuchten daraufhin im September 1965 Trévignin, um sich einen Eindruck von der künftigen Partnergemeinde machen zu können.

Die herzliche Aufnahme durch die Bevölkerung von Trévignin bestärkte die Olfener Delegation in ihrer Absicht, den Schritt zur Partnerschaft zu wagen. Bürgermeister René Traversaz († 1983) und seine Gemeindevertretung in Trévignin waren ihrerseits entschlossen, die zur Versöhnung ausgestreckte Hand zu ergreifen. Dies war deshalb so bedeutsam, weil die Bewohner von Trévignin im Krieg schmerzhaft unter der deutschen Besatzung zu leiden hatten.

Trévignin lag im Zweiten Weltkrieg im Gebiet der Résistance, der französischen Widerstandsbewegung, und musste erleben, wie in den letzten Kriegstagen 18 junge Widerstandskämpfer aus der Region von deutschen Soldaten als Vergeltung mit Genickschüssen an der Steilwand des Mont Revard erschossen wurden. Eine Pyramide mit geknickter Spitze zeugt noch heute am Gipfel des 1600 Meter hohen Revard von dieser Grausamkeit. Verständliche Zurückhaltung wurde daher erwartet, freundliche Aufnahme überraschte jedoch die Olfener.

In Olfen war nach der Rückkehr der Reisegruppe der Entschluss zur Verschwisterung unumstößlich geworden. Bei einem Besuch in Olfen stellte Anfang November 1965 eine Abordnung von 23 Besuchern aus Trévignin mit Filmen und Lichtbildern ihre Savoyer Heimat vor. Nach diesem Besuch, der in aufrichtiger Herzlichkeit verlief, war es nur noch eine Frage des Termins, wann die Partnerschaft offiziell besiegelt werden würde.

Auf halbem Wege trafen sich daher im März 1966 Abordnungen beider Gemeinden in Olfen in der Schweiz, um alle Einzelheiten für die Verschwisterungsfeier zu besprechen. Als Termin wurde der 16. April 1966 in Trévignin vereinbart.